Aller Anfang ist schwer 


 

 

Ja reise, reise, am besten mit dem perfektesten Untersatz, dem Boot. Mal sehen, wie weit wir kommen.

 

 

Nichts vergessen?
Ummelden, Zollfragen klären, Schiffsregistereintrag, Adressänderungen mitteilen, Rufzeichenantrag, Finanzamt, Versicherungen und Finanzen ordnen  - alles will bedacht sein. Die Rundfunkgebühren-Eintreiber von der GEZ verdienen eine besondere Erwähnung für ihre gewollte Begriffsstutzigkeit beim Abmelden. Letzte Arztbesuche und Impfungen, Medikamente, Geräte, Karten, Ausrüstung, Ersatzteile und Werkzeug beschaffen, solange es noch leicht von festem Boden aus geht. Freunden und Verwandten für eine Weile tschüß sagen.
 

 

 

Ausgangspunkt Almerimar.
Die mitgebrachten Geräte samt 3 Antennen für GPS, NAVTEX und Radarwarner sind einzubauen, Wartungsarbeiten an Maschine, Steueranlage und den Segeln zu erledigen. Unmengen von Proviant verschwinden in den Stauräumen. Die Salon-Polster erhalten ein neues Outfit. Bei Cerveza und Tapas machen wir erste nette Seglerbekanntschaften, tauschen Programme und erhalten nützliche Tipps über Köder und Karibik.
 

 

Warten auf Fair Winds.
Nach 6 Wochen Hausboot-Leben mit Blick auf schneebedeckte Berge und nimmersatter Gastkatze will TRUANT endlich bewegt werden. Alle notwendigen Arbeiten sind erledigt, nur der richtige Ostwind und wärmeres Wetter lassen lange auf sich warten.
 

 

Erster Sonnenuntergang auf See mit TRUANT.
Dann geht es endlich los, nicht auf Zeit mit einem Charterboot, sondern erstmals auf eigenem Kiel und "open end". Wir kneifen uns gegenseitig um festzustellen, ob das alles nicht doch nur ein Traum ist.
 

 

An der Besucherpier von Fuengirola.
Nach 26 Stunden Schaukelfahrt durch die Alboran-See mit Wind direkt von achtern und 3 m Welle querab bringen wir hier unseren Gleichgewichtssinn wieder in Ordnung. Der Zwischenstopp in der hübschen aber überfüllten Marina von Fuengirola war nicht geplant:  Ein Ventilsteuerkabel an der neuen Starterbatterie hatte sich losgerissen. Das fängt ja gut an.
 

 

 

Kurs auf Gibraltar.
Mit GPS und elektronischem Kartenplotter wird Navigation zum Kinderspiel. Zur Sicherheit haben wir die Karten noch auf dem Laptop und wenn alles ausfällt, muss es auch klassisch mit Papierkarte, Sextant und Kompass gehen.
 

 

Affenfelsen voraus
mit der sich bei Ostwind bildenden Levante-Wolke. Eine Pilotwal-Familie zieht vorbei und lässt sich durch metallisches Klopfen wieder anlocken. Unser Autopilot von Coursemaster steuert TRUANT präzise dem Ziel entgegen.
 

 

Die erste Nacht nach dem Einklarieren vor Anker an der Runway.
Die 2 folgenden Wochen liegt TRUANT geschützt in der Marina Bay und die Zeit wird genutzt zu günstigen Einkäufen. Um 18 Uhr schließen die Geschäfte und nur in den Casemates (Platz am Anfang der Main Street) ist abends noch was los. Die auf Sichtweite entfernte spanische Esskultur ist trotz 300-jähriger Besetzung des Felsens (1704 - 2004) durch das British Empire noch nicht bis hierher vorgedrungen. 
 
 

 

Erste Erkenntnisse
Die Routinearbeiten an/unter Deck und Unterwasserschiff verlangen ihren täglichen Tribut. Die ersten Rippenprellungen, blauen Zehen und Hautabschürfungen an Händen und Rücken sprechen für sich. Ob im Hafen oder auf See, eines wird uns jetzt - anders als bei eher fehlerverzeihlichen Chartertörns - erst richtig bewusst:  jeder Handgriff, jeder einzelne Schritt verlangt volle Konzentration, sonst geht unweigerlich selbst das schief, was eigentlich gar nicht schief gehen kann.